Eine internationale Tagung am Institut für Translationswissenschaft
der Universität Innsbruck in Österreich

Veranstaltungstermin: 23. bis 26. September 2026
Veranstaltungsort: Ágnes-Heller-Haus, Innrain 52a, A-6020 Innsbruck

Der rasante Fortschritt der künstlichen Intelligenz (KI) verändert die theoretischen Grundlagen
der Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft, die Arbeitsabläufe in der Sprachindustrie sowie die
Ausbildung zukünftiger Sprachdienstleister:innen. Von maschineller Übersetzung und
Sprachtechnologien bis hin zu adaptiven Lernsystemen und multimodalen
Kommunikationswerkzeugen wird KI in immer schnellerem Tempo in die berufliche Praxis und
Ausbildung integriert. Angesichts dieser rasanten Entwicklung stellt sich die folgende zentrale
Frage: Wie können wir sicherstellen, dass neue KI-basierte Technologien humanzentriert bleiben,
rechtlichen und ethischen Grundsätzen entsprechen und gleichzeitig im Einklang mit den
Bedürfnissen und Werten der Menschen stehen, denen diese Technologien dienen sollen?


Bislang war die Automatisierung des Übersetzens und Dolmetschens in erster Linie auf Fortschritt
und Profit ausgerichtet. Allerdings haben sich zahlreiche kritische Stimmen zu Wort gemeldet, die
einen Übergang zu einem humanzentrierten Ansatz fordern. Ein solcher Ansatz würde
sicherstellen, dass neue Technologien unter Wahrung rechtlicher und ethischer Integrität
entwickelt werden (Bowker 2020; Defrancq 2024; Forcada 2023; Horváth 2022; Lacruz Mantecón
2023; Nousias 2023; Walter 2026) und dass die Bedürfnisse professioneller
Sprachdienstleister:innen berücksichtigt werden (Jiménez-Crespo 2020, 2025a, 2025b; Jiménez-
Crespo & Rodríguez 2025). Darüber hinaus würde ein humanzentrierter Ansatz für
Sprachtechnologien auch gewährleisten, dass Verbraucher:innen Zugang zu präzise übersetzten
Texten von angemessener Qualität haben – insbesondere in (hoch-)risikoreichen Feldern wie
Medizin, Recht, Arbeitssicherheit und Katastrophenschutz (Pym 2025).