Liebe Mitglieder, Kolleginnen und Kollegen, Partner und Sympathisanten des ADÜ Nord!
Vonwegen Sommerloch und Saure-Gurken-Zeit, wir bieten unser Weiterbildungsangebot an trotz Hitze und Gewitterdonner. Sie können mit uns einen kühlen Kopf bewahren, denn wir fangen früh an, zum Beispiel am
👉 07.07.2026, 08:00–10:30 Uhr: Online-Workshop „Elektronischer Rechtsverkehr (ERV) für Dolmetscherinnen und Dolmetscher“
Wie immer, gelten die Mitgliederkonditionen für alle FIT-Verbände, besonders günstig sind die Veranstaltungen für Studierende und Existenzgründer.
Informationen zum Workshop:
Der elektronische Rechtsverkehr (ERV) gewinnt auch für Dolmetscherinnen und Dolmetscher zunehmend an Bedeutung. Gerichte, Staatsanwaltschaften, Betreuungsgerichte und Behörden kommunizieren immer häufiger ausschließlich digital. Dadurch entsteht auch für Dolmetscher die Notwendigkeit, sicher und rechtskonform am digitalen Austausch teilzunehmen. Ziel des Workshops ist es, praxisnah die Grundlagen des elektronischen Rechtsverkehrs zu vermitteln. Dabei sollen Berührungsängste abgebaut und die konkrete Anwendung Schritt für Schritt erklärt werden.
Der Workshop ist auf drei Schulstunden ausgelegt und verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen. Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden eine Einführung in die Bedeutung des ERV, die Rolle des eBO sowie die gesetzlichen Hintergründe. Dabei wird erläutert, warum sichere elektronische Kommunikation heute notwendig ist und welche Vorteile sie bietet – beispielsweise Vertraulichkeit, Nachweisbarkeit und rechtsverbindliche Übermittlung von Dokumenten.
Ein zentraler Bestandteil des Workshops ist die praktische Einrichtung und Nutzung des Dolmetscher-eBO. Die Teilnehmenden lernen, wie ein Antrag auf Einrichtung eines eBO gestellt wird, welche Identitätsnachweise erforderlich sind und wie die Registrierung technisch erfolgt. Dabei wird Schritt für Schritt erklärt, wie die SAFE-ID verwendet wird und wie die Anmeldung in der eBO-Registrierungsanwendung der Justiz funktioniert. Ebenso wird erläutert, wie die Identifizierung gemäß der Elektronischen-Rechtsverkehrs-Verordnung (ERVV) durchgeführt wird.
Im praktischen Teil wird gemeinsam geübt, wie das Postfach gestartet und verwendet wird. Die Teilnehmenden lernen die Struktur des Postfaches kennen. Besonderes Augenmerk liegt auf der verständlichen Erklärung der elektronischen Signatur (QES). Dabei wird gezeigt, welche Arten von Signaturen existieren, wann eine Signatur erforderlich ist und wie Dokumente korrekt signiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops ist die praktische Arbeit mit Dokumenten. Gemeinsam wird geübt, wie Schriftsätze oder Übersetzungen sicher versendet, empfangen und archiviert werden. Darüber hinaus werden typische Fehlerquellen besprochen, etwa fehlerhafte Dateiformate, fehlende Signaturen oder Probleme bei der Anmeldung. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden nach dem Workshop in der Lage sind, ihr eBO selbstständig und sicher im beruflichen Alltag zu nutzen.
Der Workshop richtet sich ausdrücklich an Einsteigerinnen und Einsteiger. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Durch die kleine Gruppengröße und die individuelle Betreuung können Fragen jederzeit direkt geklärt werden. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit dem elektronischen Rechtsverkehr zu vermitteln und den Teilnehmenden einen praxisnahen und verständlichen Einstieg in die digitale Kommunikation mit Gerichten und Behörden zu ermöglichen.
Zu weiteren internen Fortbildungsangeboten verweise ich auf die E-Info vom 1. Juni dieses Jahres.
👉 Es geht voran:
Hamburg führt die elektronische Kommunikation mit der Justiz ein
Neue Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation mit Gerichten (und Behörden) bietet die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz in Hamburg insbesondere auch für Dolmetscherinnen und Dolmetscher sowie Übersetzerinnen und Übersetzer, die regelmäßig mit der Justiz und anderen öffentlichen Stellen zusammenarbeiten. Ein Infoblatt fasst die wichtigsten Neuerungen und Anwendungshinweise übersichtlich zusammen.
Kontakt für Rückfragen oder zusätzliche Informationen:
Dr. Dirk Bade
Projekt ERV-Gesamtstrategie: Einführung der elektronischen Verfahrensakte in der Hamburger Justiz
Referent Z3/014
Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
👉 Gut zu wissen:
Die Universität Stuttgart hat ihr O&O ShutUp10 ist ein Anti-Spy-Tool für Windows 10 und Windows 11, das Sie als Freeware ohne erforderliche Installation auf Ihren Rechner laden können. Damit haben Sie selbst die Kontrolle darüber, welche Komfortfunktionen von Windows 10 und Windows 11 Sie nutzen möchten und welche Datenweitergabe Ihnen zu weit geht. In einer simplen Benutzeroberfläche können Sie bequem regeln, wie Windows 10 und Windows 11 Ihre Privatsphäre respektieren soll. Empfehlungen führen Sie dabei und geben Tipps, welche Funktionen Sie sicher deaktivieren können.
👉 Weiterbildungsangebote Dritter:
Campus Idstein der Fresenius-Hochschule: Vom 03. bis 07.08.2026 findet am Campus Idstein wieder die Sommerakademie Gebärdensprache statt! Anfänger:innen und Fortgeschrittene sind herzlich willkommen.
Das spannende und vielfältige Programm umfasst:
- DGS-Intensivkurse mit 30 Unterrichtseinheiten auf den Stufen A1.1 (für komplette Anfänger:innen), A1.2 (nach einem DGS-Kurs), A1.3 (nach zwei DGS-Kursen) oder als Konversationskurs für Fortgeschrittene auf der Stufe B1
- DGS-Themenkurse für Teilnehmende mit Vorkenntnissen zu verschiedenen Bereichen (Ernährung/Wirtschaft/Politik & Gesellschaft/Psychologie/Sport/Medizin) mit jeweils 6 Unterrichtseinheiten
- einen Workshop für International Sign mit 4 Unterrichtseinheiten
- kostenlose DGS-Schnupperkurse am Dienstag- und Mittwochnachmittag
- verschiedene Vorträge/Workshops in DGS bzw. auf Deutsch
- eine Weiterbildung für ehemalige Gebärdensprachdolmetschstudierende/Weiterbildungsteilnehmede der Hochschule Fresenius und
- ein tolles kostenloses Rahmenprogramm mit einer Stadtführung, einem Sign-Café und ganz viel Gelegenheit für Austausch und Spaß mit den anderen Teilnehmenden und Dozierenden.
Kontakt:
Julia S. Cramer,Studiengangsleitung Gebärdensprachdolmetschen B.A.
Leitung Weiterbildung Gebärdensprachdolmetschen
T +49 (06126) 9352-63, julia.cramer@hs-fresenius.de
Bildungsbetrieb: Rund um die Einführung und Arbeit mit KI
👉 Aus den Dachverbänden:
EULITA berichtet: Die Europäische Kommission führt 40 neue kostenlose Trainingseinheiten (sog. „e-capusles“) für Justizfachkräfte ein. Sie decken Bereiche innerhalb des bürgerlichen Rechts, des Strafrechts und der Grundrechte ab und sind öffentlich zugänglich. Weitere Informationen und eine Liste der 40 Themen finden Sie in englischer Sprache auf der „European Training Platform“. Alle 40 Einheiten sind in allen EU-Sprachen verfügbar.
ELIA bietet Unternehmen im Bereich Sprachen vom 30.09.2026 bis zum 02.10.2026 seine Networking Days an, Das “Flagschiff-Event” richtet sich an Führungskräfte, Entscheidungsträger und Innovatoren der Sprachdienstleistungsbranche. Die Veranstaltung kombiniert vier unterschiedliche Escape-Room-Sessions, die jeweils eine aktuelle Herausforderung thematisieren. Man kann man von Kollegen lernen, praktische Tipps sammeln und seine Netzwerke ausbauen.
👉 Kollegentreffen live und in Farbe
Wir halten´s eine Nummer kleiner, aber nicht weniger inspirierend. Unser nächstes Kollegentreffen findet am Donnerstag, den 9. Juli 2026, um 19 Uhr wieder im Restaurant „Franziskaner“, Große Theaterstraße 9/Eingang auch von den Colonnaden, 20354 Hamburg, statt. Eine Anmeldung ist nicht verpflichtend, ein ausreichend großer Tisch ist für den ADÜ Nord reserviert. Wir freuen uns dennoch über einen formlosen Hinweis, wenn Sie teilnehmen möchten.
Eine sommerliche Anekdote zur Wirkmacht von Sprache: Ich war in der letzten Juniwoche als Reiseleiterin in Hinterpommern unterwegs (Stettin, Insel Usedom, Wolin, Swinemünde, Peenemünde). Während einer Führung über die Kriegsgräber-Gedenkstätte Golm bei Swinemünde berichtete die deutsche Leiterin, dass sie in einem deutsch-polnischen Team arbeitet (für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge). Das Polnische ihrer Kolleginnen und Kollegen mit seiner Aneinanderreihung von Zischlauten bleibe ihr nahezu unverständlich. Sie würden aber sehr kollegial zusammenarbeiten. Hätten allerdings gemeinsam regelmäßige Diskussionen um die inhaltliche Ausrichtung, Pflege und Finanzierung dieses geschichtsträchtigen Areals mit politischen Entscheidungsträgern in der polnischen Hauptstadt zu führen. Den oft harten (rechts-)konservativen Ton der zuständigen Beamten in Warschau kommentierte sie mit entsprechender Mimik und Betonung: „In Warschau zischt man anders.“
Recken Sie die Nase in die Sonne (oder ins Glas), geschwollene Füße gehören ins kalte Wasser.
Herzliche sommerliche Grüße, Ihre Ines Lasch
Dr. Ines Lasch
2. Vorsitzende
ADÜ Nord e. V.

